Zum Sonntag   (OZ-Betrachtungen für den 12. Januar 2019)

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2019, liebe Lesenden? Vielleicht sind Sie auf der Suche nach etwas und hoffen es in diesem Jahr zu finden? Ein neues Haus, ein neues Auto, Gesundheit oder Frieden?  Ich wünsche Ihnen Sekundenglück, möglichst viel Sekundenglück.

„Sekundenglück“ – dieser Titel von Herbert Grönemeyer hat mich im letzten Herbst überrascht. Er fasst etwas in Worte, das für mein Empfinden lebenswichtig ist: die kleinen Gücksmomente, die plötzlich da sind. Es sind Augenblicke, die mich kurzfristig alles andere vergessen lassen. Das kann ein unvergleichlicher Sonnenaufgang sein, eine unverhoffte Begegnung, eine schöne Musik oder der Moment, in dem ich mich an der Knock in eine Sturmböe lehne und gehalten bin. „Und du denkst, dein Herz schwappt dir über, fühlst dich vom Senitment überschwemmt. Es sind die einzigartigen tausendstel Momente. Das ist, was man Sekundenglück nennt“, so besingt es Herbert Grönemeyer.

Solche einzigartigen tausendstel Momente geschehen. Ich kann sie nicht selbst machen. Sie sind kurz und kommen nicht so oft vor, haben aber eine nachhaltige Wirkung auf mich. Sekundenglück holt mich heraus aus stressigen Gedanken. Es schenkt Leichtigkeit für einen Moment. Es verändert die Welt nicht, hilft mir aber, sie anders zu sehen. 

Sekundenglück ist für mich ein Zeichen der Nähe Gottes. Für einen Moment wird mir klar: da ist noch mehr als ich suche, erwarte oder mir wünsche. Es erinnert mich an ein Glück, das nicht von dieser Welt ist. Jesus hat den Menschen Sekundenglück gebracht: als neugeborenes Menschenkind, dessen Anblick die Herzen berührte; als Wanderprediger, der mit seiner Botschaft von der Liebe Gottes vielen die Angst vor Gott nahm; als Auferstandener, der für kurze Zeit zeigte, dass es mehr Leben gibt, als wir uns vorstellen können. Seine irdische Existenz war kurz und  nur vorübergehend, aber sein Geist wirkt weiter in dieser Welt. Sekundenglück erinnert mich an sein Versprechen: „Ich bin jeden Tag bei euch bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28, 20)

Etta Züchner, Pastorin der Evangelisch-reformierten Gemeinde Emden