Die Neue Kirche in Emden
 
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Die Vorgeschichte für eine grundlegende Renovierung der Neuen Kirche liegt in zwei Wurzeln – läßt man mal die Festschrift, die 1997 erschien, beiseite: zum einen mußte im Jahr 1997 die Turmuhr der Neuen Kirche abgeschaltet werden, da sie baufällig war. Der Kirchenrat bat die Emder Bürgerinnen und Bürger um Spenden, die zu Beginn spärlich flossen. Der Emder Kaufmann Helmut Barghoorn nahm in Dezember 97 daraufhin entschlossen die Sache in die Hand und wollte einen Freundeskreis Neue Kirche ins Leben rufen, dem angesehene Bürger der Stadt angehören sollten. Kurz vor der Ausrufung dieses Kreises wurde die Turmuhr durch eine größere Einzelspende finanziert. Was sollte also mit dem Freundeskreis werden? —

Die zweite Wurzel für den neuen Verein liegt in der sogenannten »Expertenkommission«. Im Jahr 1997 hat der Emder Gerd Bakker über die Neue Kirche seine Doktorarbeit geschrieben. Er weist darin nach, daß die Neue Kirche durch und durch mathematisch zu berechnen sei, ja, daß alles auf einem bestimmten Modulmaß fußt, dem unteren Durchmesser der Säulen. Und den hatte Faber auf 85 cm festgelegt.

Im Herbst letzten Jahres trafen sich– in diesem Fall glaube ich einfach nicht an Zufälle – der Architekt Michael Beier, Johann-Gerhardt Müller vom Rentamt und Dr. Gerd Bakker hier in der Neuen Kirche. Bei diesem Treffen entstand die Idee einer Rückführung der Neuen Kirche mit einen Tonnengewölbe. Das greifbare Ergebnis dieses ersten Treffens war die Einrichtung der Expertenkommission. Eingeladen waren Frau Dr. Segers-Glocke vom Landesamt für Denkmalpflege in Hannover, Herr Detlef Böttcher, Statiker in Aurich, Herr Beier als Architekt vom Büro Angelis & Partner in Oldenburg, Herr Berthold Groenewold, Architekt unserer Landeskirche, Herr Dr. Gerd Bakker, Kreisbaudirektor in Detmold, sowie vom Emder Kirchenrat Herr Hollander, Herr Müller, Herr Wagenaar und ich. Nach einem ersten Treffen im Dezember, legte Herr Böttcher im Februar 1998, kurz nach unserem 350jährigen Jubiläum der Neuen Kirche, statische Berechnungen der Dachkonstruktion vor. Demnach ist es möglich, einen Tonnengewölbe in die Neue Kirche einzuziehen, ohne den jetzigen Dachstuhl runter nehmen zu müssen. Es läßt sich von innen einziehen.

Das war der Punkt, an dem für viele feststand, "Das müssen wir probieren!": Der Raum der Neuen Kirche kann so unendlich bereichert werden durch diese Veränderung. Jede Form der Mißachtung dieser Chance würde uns auf die nächsten 10 Jahre blockieren und eine Restaurierung auf Jahre verzögern.

 

 

 

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